Pelle Pelle Latzhose (90er)

26.03.2025 09:15 (zuletzt bearbeitet: 26.03.2025 10:04)
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#1 Pelle Pelle Latzhose (90er)
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Ich schrieb zu dem Galerie-Bild:

Zitat
So, endlich bin ich mal dazu gekommen: Ich habe die vor einiger Zeit schon beschriebene Pelle Pelle Latzhose (oder was auch immer das ist) von Ebay, die mir obenrum ja dann doch zu eng war, modifiziert.

Es mussten 18cm im Brustumfang hinzugefügt werden - nicht gerade wenig! Der Rest passte ja, sogar die Länge war reichlich. Für was für einen merkwürdig proportionierten Körperbau war denn das ursprünglich mal gedacht???

Wie man auf dem Bild sehen kann, habe ich auf jeder Seite die Knopfleiste auf den obersten 40cm vom Rückenteil abgetrennt, also die Seitennähte bis zur Taille runter aufgemacht. Dann habe ich je einen Zwickel, in etwa dreieckig, eingesetzt, so dass die Knopfleiste an der breitesten Stelle jetzt 9cm weiter vom Rückenteil entfernt liegt, dann allles wieder zusammengenäht.

Es hat etwas länger gedauert, als erwartet, denn die originalen Nähte waren echt stabil, der Stoff dick, der Schnitt kniffelig und alles war mehrfach genäht.

Nun ja, ihr seht es selbst: Wenn man es weiß, und ich die Arme nach vorne nehme, kann man die Stelle sehen, aber im Normalfall eben nicht.

Ich habe es so gemacht, dass ich noch einen moderaten Strickpulli drunterziehen kann, nur mit T-Shirt oder so ist es dann etwas lockerer.

Jetzt muss ich mal sehen, ob, wo und wie ich dieses Teil tragen kann ...



Uwe=Uwe kommentierte:

Zitat
Das Ganze entfaltet jetzt mehr Sinn als ursprünglich gedacht. Sitzt auch hoch genug!
Warum Overalls/Coveralls obenherum so eng sind, und unten gleich drei Hosen drunterpassen würden, erschließt sich mir nicht vollständig.



Tja, ich bin anfangs davon ausgegangen, dass diese Hose so getragen werden sollte, wie es jetzt möglich ist: Oberkante fast oder direkt unter den Achseln.
Als das nicht einfach so ging, weil man dafür echt sehr schmalbrüstig hätte sein müssen, wobei das Stück aber zugleich extrem lang war, habe ich mich zuerst gefragt, wie oder von wem denn das Teil wohl ursprünglich getragen werden sollte. Literatur dazu scheint es keine zu geben. Man kann nur mutmaßen.

Die Trägerlänge gibt z.B. vor, wie tief es möglich gewesen wäre. Da wäre noch ca. 15cm Luft nach unten, so dass die (Latz-)Oberkante unter Brusthöhe käme, aber dann funktioniert die Taille gar nicht mehr. Die Hosenbeine stauchen sich dann unten (sogar bei meinen 1.94m), aber das könnte ja auch so gewollt gewesen sein.
Es wäre auch denkbar, dass man einen Gürtel verwendet, und damit das Unterteil wie eine Bundhose trägt, wärend man die Träger extrem locker einstellt, und das Oberteil eher so locker und in Falten um den Oberkörper hängt. Das hätte einen nachvollziehbaren Effekt, würde aber nur richtig klappen, wenn es nicht so knalleng wäre, dass von 'locker' keine Rede sein kann.
Eine andere Option wäre, dass gar nicht vorgesehen war, alle Knöpfe zu schließen, analog zu anderen Latzhosen, bei denen gar nicht vorgesehen ist, den Latz hochzuklappen und die daher die Latztasche verkehrtherum auf der Latzinnenseite haben, oder nur einen Träger zu verwenden.
Das mit den offenen Knöpfen sieht aber in jedem Falle ziemlich merkwürdig aus, denn dann steht der Latz vorne wie hinten wie ein Brett ab, dank des steifen Materials.
Einseitig offen, vielleicht, mit nur einem Träger?

Am Ende blieb nur noch die Möglichkeit, dass das Ding wirklich oben einfach zu eng geraten war, und dass das also geändert werden musste ...

Hier ist alles Jacke wie Hose!

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26.03.2025 10:10
#2 RE: Pelle Pelle Latzhose (90er)
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Hallo Its Me
Huch coole Latzhose, die sieht hoch geil aus, auch der Stoff ist cool, mal was anderes als Jeans.
Ich habe noch nicht viel an Latzhosen geändert, mal bei der Mega lee den Latz verkürzt bei einer Lee die Hosenbeine abgeschnitten und bei einer Rocky einen Latzreiss Verschluss eingenäht.

Im Overall ist man immer cool angezogen

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26.03.2025 14:24
#3 RE: Pelle Pelle Latzhose (90er)
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So ist es tatsächlich viel besser, zumindest für mich, der viel mit den Cursor-Tasten abeitet.
Die Hip-Hop-"Modekultur" hatt viele "unwürdige" Auswüchse und ich sehe sie als Ursache dafür an, dass Latzhosen für etwa zwanzig Jahre für den Normalmenschen untragbar wurden. Der Schritt so tief, dass es fast unmöglich wurde, in einen Bus einzusteigen oder gar Fahrrad zu fahren. Den Latz heruntergeklappt, so dass die Funktion entfiel, aber die Hose kaum noch auf der Hüfte hielt und breite Hautstreifen (oder die Unterhosen) an Stellen übrig ließ, die man vielleicht besser nicht zeigt. Sieht hässlich aus, die Funktion ist katastrophal, aber man hat demonstriert, dass man auch auf den sinnvollen Teil eingefahrener Konventionen sch ... eißt.
Heute sieht man die Latzhose eher wieder als das an, was sie eigentlich ist: eine praktische Hose, die nicht drückt und die im Brustbereich praktische zusätzliche Taschen bereithält. Mit der zunehmenden Wirkung von Arbeitskleidung auf die Mode (siehe Engelbert Strauß) kommt der ursprüngliche Zweck wieder durch.
Und Deine PellePelle erfüllt erst nach der Änderung diese Funktion, auch wenn der hohe seitlich Schnitt nicht nur Vorteile bietet , sondern eher das "Ich bin anders" trefflich demonstriert.


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26.03.2025 16:31
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#4 RE: Pelle Pelle Latzhose (90er)
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Moin Jumpiger,

das ist tatsächlich Denim, aber eben nicht in der üblichen blauen Form. Hier hat man scheinbar zwei Schussfäden benutzt, einen weißen und einen schwarzen. Der Kettfaden ist wie üblich auch weiß. Jedenfalls sieht das Material dadurch hell aus, so wie sonst schwarzer Denim oft von der Rückseite her ausieht. Von nahe betrachtet wirkt es wie sehr fein diagonal gestreift. Da muss man aber wirklich nah dran sein.
Wenn man selbst was ändert, hat man ein individuelles Unikat. Der Gedanke gefällt mir. :0)

Moin Uwe=Uwe,

ich hab' das mit den Cursor-Tasten nachvollziehen können. Mir war das bislang nicht aufgefallen, weil ich die Tasten selten im Text benutze: Bei den meisten meiner Programme haben die noch ganz andere Funktionen, an die ich mich gewöhnt habe. Also diskutieren wir lieber hier. Ist ohnehin besser.
Der Modeeinfluss auf Latzhosen ist schon sehr stark, aber auch der der Konventionen. Ich bin z.B. nicht unbedingt ein Freund der Engelbert-Strauss Latzhosen, denn die sind meist in sehr workwearmäßigen Farben gehalten, und das Material finde ich auch wenig attraktiv. Da spielt der Preis sicher eine große Rolle. Hier klingt m.E. die altdeutsche Tradition superbilliger Verschleißarbeitsklamotten durch. Während anderswo die Halbarkeit maximiert wird, akzeptiert man hier die Endlichkeit und reduziert nur den Aufwand. Das wird auch einen soziologischen Aspekt haben, was das Selbstverständnis der Arbeiter angeht: Ersetzbar vs. Standhaft. Daher taugen die deutschen Workwearlatzhosen wohl auch weniger als Vorbild für Lifestyle-Mode als die amerikanischen.
Bei der Pelle Pelle hingegen hat man wohl wirklich nur den Modeaspekt im Auge gehabt. Als Workwear war die sicher nie gedacht. Man hat nur mit den formalen Elementen gespielt und sie zum Teil überzeichnet, siehe RV-Tasche auf dem Rücken. Ich weiß nicht, was die damals gekostet haben mag, aber vermutlich für Workwear zu viel. Ich habe aber im Grunde kein Problem damit, dass Menschen sich durch Klamotten individuell darstellen, speziell vor dem Hintergrund er Massenproduktion und all der Social-Media-Normen. Sowas kann ja auch mal Spaß machen, oder? ;0)

Hier ist alles Jacke wie Hose!

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